Ideal: Agile Führung braucht kein 1a Expertenwissen

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Agile Führung stellt eine Herausforderung dar, die oft mit der Notwendigkeit eines tiefen Verständnisses von agilen Frameworks und Methoden in Verbindung gebracht wird.

Aber ist das wirklich so?

Ich sage: Nein.

An dieser Stelle beleuchte ich die Rolle der Führungskraft in der agilen Organisation aus einer anderen Perspektive und argumentiert, dass Expertenwissen über Agile nicht unbedingt erforderlich ist – auch nicht bei der agilen Transformation.

Die Gray Box Metapher

In welcher Organisation ich auch tätig war, alle folgen dem gleichen Prinzip: Aufgabe, Umsetzung, Vermarktung.

Traditionelle Führungskräfte führen meist mit dem Command & Control Ansatz.

Sie sagen was und wie etwas gemacht wird und prüfen die Einhaltung der Vorgaben.

Daraus ergibt sich das Problem, das die traditionelle Führungskraft ein umfassendes Wissen von allem besitzen muß, das zur Umsetzung notwendig ist.

Früher nannten wir das: Die Eierlegende Wollmilchsau.

Das Problem daran ist, es gibt diese eierlegende Wollmilchsau nicht.

Theoretisch vielleicht, aber sicher gibt es keine Führungskraft, die in allen Handlungsfeldern eine Top Expertise aus Handlungswissen hat.

Stell dir eine agile Organisation als eine Graue Box vor – ähnlich einem Snackautomaten.

Du weißt, welche Inputs du hineingibst und welche Outputs du erwartest, aber der genaue interne Prozess bleibt weitgehend verborgen.

Wie ein Dirigent, der ein Orchester zu einer harmonischen Einheit formt, hast du nicht die Aufgabe, jedes Detail zu kennen, jedes Instrument spielen zu können oder zu kontrollieren.

Stattdessen besteht deine Rolle darin, die Rahmenbedingungen (Leitplanken) zu setzen und den Gesamtprozess zu orchestrieren.

Entscheidungsfindung in agilen Organisationen

Gib als Führungskraft deinem Team die Autonomie, Entscheidungen selbst zu treffen. Das minimiert nicht nur deine persönliche Entscheidungslast, sondern stärkt auch das Vertrauen und die Verantwortung im Team.

Es gibt aber auch Momente, in denen eine Entscheidungsführung auf höherer Ebene notwendig ist.

Agilität verlangt schnelle Reaktionen

Während manche Entscheidungen ein sorgfältiges Abwägen der Fakten erfordern, ist bei anderen ein schnelles „Ja“ oder „Nein“ gefragt.

Der Weg, den die Organisation einschlägt, darf nicht durch langwierige Diskussionen blockiert werden. In unserer schnelllebigen Welt kann eine zu spät getroffene Entscheidung als Fehlentscheidung angesehen werden.

Deine Hauptaufgabe als Führungskraft besteht darin, den Rahmen zu setzen und den Entscheidungsprozess zu moderieren.

Lass deine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entscheiden, wann immer es möglich ist.

Übernimm die Führung nur, wenn es unbedingt notwendig ist.

Jede Entscheidung, die du triffst, kann als Bevormundung deiner Mitarbeiter angesehen werden und sollte daher mit Bedacht getroffen werden.

Warum ist agile Führung wichtig?

Agile Führung hat einen entscheidenden Einfluss auf den Erfolg und die Widerstandsfähigkeit einer Organisation.

Sie ermöglicht es, Veränderungen schnell zu erkennen und effektiv darauf zu reagieren.

Im Gegensatz zu starren, langfristigen Strategien passt sie sich flexibel an aktuelle Marktbedingungen und neueste Informationen an.

Darüber hinaus fördert sie die Beteiligung und das Engagement der Mitarbeiter.

Mehr Engagement durch Empowerment

Wenn Mitarbeiter aktiv in Entscheidungsprozesse eingebunden sind und Autonomie in ihrer Arbeit haben, steigt ihre Motivation und ihr Engagement.

Schließlich fördert sie Innovation. Sie fördert kreatives Problemlösen, Experimentieren und Lernen.

Fehler werden nicht als Versagen, sondern als Lernchancen gesehen.

Auf diese Weise können agile Führungskräfte eine Kultur des kontinuierlichen Lernens und der Verbesserung in ihren Teams fördern.

Agile Führungsrollen in der agilen Organisation

Agile Führung geht weit über das traditionelle Verständnis von Führungsrollen hinaus und nimmt eine zentrale Position in agilen Organisationen ein.

Dabei agiert die Führungskraft in erster Linie als Wegbereiter und Coach, der sich auf die Befähigung der Teams und die Schaffung eines förderlichen Umfelds konzentriert.

Agile Leader in agilen Organisationen legen Wert darauf, klare Ziele und Visionen zu kommunizieren.

Sie stellen sicher, dass diese Ziele allen Teammitgliedern bekannt und in die strategische Ausrichtung der Organisation eingebettet sind.

Vertrauen ist Trumpf

Dabei geht es weniger darum, den genauen Weg vorzuzeichnen, sondern den Teams die nötige Orientierung und das Vertrauen zu geben, ihren eigenen Weg zu finden.

Ein weiterer zentraler Aspekt der agilen Führungsrolle besteht darin, die Teams in ihrer Arbeit zu befähigen.

Das bedeutet, ihnen die notwendigen Ressourcen, Werkzeuge und Informationen zur Verfügung zu stellen, damit sie effektiv arbeiten können.

Dabei geht es nicht um Kontrolle, sondern um Unterstützung und Ermutigung zur Selbstorganisation und Eigenverantwortung.

Konstruktives Feedback ist das Rückgrat jeder agilen Organisation

Führungskräfte verstehen Feedback als kontinuierlichen Lern- und Verbesserungsprozess. Sie kommunizieren offen und regelmäßig mit ihren Teams, erkennen Leistungen an und identifizieren Verbesserungspotenziale.

Fundiertes Wissen über agile Methoden und Frameworks kann hilfreich sein, steht aber nicht im Mittelpunkt der agilen Führungsrolle. Vielmehr sind Fähigkeiten wie Kommunikation, Empathie und strategisches Denken entscheidend.

Letztlich geht es bei agiler Führung darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem Teams ihr volles Potenzial entfalten und so zum Erfolg der gesamten Organisation beitragen können.

Was ist agile Führung? Das Missverständnis über Expertenwissen

Agile Führung wird häufig mit Expertenwissen über agile Methoden und Frameworks wie Scrum, Kanban oder Lean in Verbindung gebracht.

Ein weit verbreitetes Missverständnis ist, dass eine Führungskraft in einer agilen Organisation ein tiefes Verständnis all dieser Methoden und Praktiken haben muss.

Aber ist das wirklich der Fall?

Führung in der agilen Welt unterscheidet sich stark von traditionellen Führungsmodellen. Sie ist weniger auf Kontrolle und Fachwissen ausgerichtet und mehr auf die Schaffung eines Umfelds, in dem Selbstorganisation und Kreativität gedeihen können.

Das Hauptziel besteht darin, Bedingungen zu schaffen, unter denen Teams effektiv arbeiten und Werte schaffen können.

Du musst kein agiler Experte sein

Agile Führungskräfte sollten natürlich ein grundlegendes Verständnis der agilen Prinzipien und Werte haben. Sie müssen wissen, was Selbstorganisation bedeutet, warum schnelles Lernen und Anpassungsfähigkeit wichtig sind und wie eine iterative Arbeitsweise den Wertfluss fördert.

Aber sie müssen nicht unbedingt Experten für jedes einzelne agile Tool oder jede Methode sein.

Viel wichtiger als Expertenwissen sind Fähigkeiten wie aktives Zuhören, Empathie, die Fähigkeit, Feedback zu geben und zu erhalten sowie eine offene und transparente Kommunikation zu fördern.

Darüber hinaus sind strategisches Denken und die Fähigkeit, klare Ziele und Erwartungen zu kommunizieren, von entscheidender Bedeutung.

Das Missverständnis, dass agile Führungskräfte agile Experten sein müssen, kann zu einer Überbetonung von Tools und Methoden führen und den Blick für das Wesentliche verstellen: Menschen und Interaktionen, jenseits von Prozessen und Tools, wie sie im agilen Manifest definiert sind.

Es ist deine Aufgabe als Führungskraft, eine Kultur zu fördern, die auf diesen Werten aufbaut und so ein Umfeld zu schaffen, in dem agiles Arbeiten wirklich gedeihen kann.

Welche Fähigkeiten benötigt eine agile Führungskraft?

Eine agile Leader benötigt eine besondere Mischung aus Fähigkeiten und Einstellungen, die es ihr ermöglichen, in einem sich ständig verändernden Umfeld effektiv zu handeln. Einige dieser Fähigkeiten und Einstellungen sind:

  • Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Sei in der Lage, dich schnell an neue Situationen anzupassen und sei bereit, deinen Ansatz zu ändern, wenn sich die Umstände ändern.
  • Förderung von Autonomie und Selbstorganisation: Schaffe Bedingungen, unter denen ihre Teams autonom arbeiten und sich selbst organisieren können. Delegiere Verantwortung und gib deinen Teams genügend Freiraum geben, um eigene Entscheidungen zu treffen.
  • Kommunikation und aktives Zuhören: Gute Kommunikation ist unerlässlich. Kommuniziere klar und offen und höre aktiv zu um auf das Feedback der Teams zu reagieren.
  • Feedback und kontinuierliche Verbesserung: Gib kontinuierlich Feedback und forder auch Feedback ein. Fördere eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung.
  • Empathie und Menschenorientierung: Gehe auf die Bedürfnisse und Anliegen der Teammitglieder ein und reagiere empathisch.
  • Strategisches Denken: Behalte das große Ganze im Auge während du Teams in die Lage versetzt, sich auf die täglichen Aufgaben zu konzentrieren. Sei jederzeit bereit, strategische Entscheidungen zu treffen.

Es geht darum, die Prinzipien und Werte der Agilität zu leben und eine Kultur des Vertrauens, der Zusammenarbeit und des kontinuierlichen Lernens zu fördern.

Zusammenfassung

Agile Führung benötigt weniger Expertenwissen als oft angenommen und stärker den Fokus auf Aspekte wie Zielsetzung, Befähigung und Feedback.

Die Beherrschung agiler Werkzeuge und Methoden kann hilfreich sein, ist aber nicht der Schlüssel zu erfolgreicher Führung in einer agilen Organisation. Zu deiner Unterstützung kannst du dir hier, die Checkliste für agile Manager herunterladen.

Wenn wir agile Führung als das Orchestrieren eines Prozesses betrachten, anstatt als Expertentum in spezifischen Methoden, können wir vielleicht effektivere und integrative Ansätze zur Führung in der agilen Welt entwickeln.

Und wer weiß, vielleicht ist agile Führung dann tatsächlich einfacher, als man uns glauben machen will.

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Frank Schatz

Frank Schatz ist Gründer von successmedia, Certified Instructor und Sachverständiger für agiles Projektmanagement.

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